Was ist der Freitaler?

Der Freitaler ist ein regionales Zahlungsmittel in Freiburg und Umgebung, mit dem Produkte und Dienstleistungen im Alltag einfach bezahlt und verrechnet werden können. Die Regionalwährung hat zum Ziel den lokalen Einzelhandel zu stärken und ein nachhaltigeres regionales Wirtschaftsnetzwerk aufzubauen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Freitaler e.V. bieten mit dem Währungssystem eine Dienstleistung für Unternehmen und Bevölkerung an, von der die ganze Region profitieren soll.

Was ist eine Regionalwährung?

Regionalwährungen sind Geldsysteme, die räumlich begrenzt sind und das nationale Zahlungsmittel sinnvoll ergänzen sollen – deshalb werden sie auch oft als Komplementärwährungen bezeichnet. Rechtlich gesehen sind Regionalwährungen Gutscheinsysteme. Das heißt jeder Regiogeld-Schein ist ein Gutschein, der bei allen teilnehmenden Geschäften eingelöst werden kann. Das klingt zunächst trivial, doch durch die Masse und die vielen Tauschmöglichkeiten ergibt sich der Währungs-Charakter der Gutscheine – letztendlich funktioniert die Regionalwährung wie Geld. Wie Geld allerdings, das nicht überall, sondern nur selektiv in Geschäften mit regionalem Bezug ausgegeben werden kann.

Von den Unternehmen, die die Regionalwährung zurücktauschen wollen, wird eine Rücktauschgebühr erhoben. Diese verhindert ein Abfließen des Geldes aus der Region. Der Verbraucher hat damit ein Mittel an der Hand, über seinen eigenen Einkauf hinaus, Einfluss auf den Verbleib seines Geldes zu üben. Die Rücktauschgebühr fließt als Regionalbeitrag an gemeinnützige Projekte und Initiativen aus der Region.

Vorteile

Der Freitaler setzt Hürden für den Abfluss von Kapital, ins Ausland oder in die Finanzmärkte. So bleibt mehr Kaufkraft in der Region und hilft regionale Wirtschaftskreisläufe zu schließen, bisher ungenutzte regionale Ressourcen zu aktivieren und Arbeitsplätze zu sichern.

Von den Mitgliedsunternehmen wird beim Rücktausch eine Gebühr erhoben. Mit diesem Regionalbetrag werden soziale Projekte gefördert. 2015 wurde an die über 20 Initiativen, die vom Freitaler unterstützt werden insgesamt rund 1500 Euro ausgezahlt.

Das Geldsystem ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Lebenswelt des Menschen. Der Freitaler bietet eine Möglichkeit diesen Teil der sozialen Umwelt direkt selbst zu gestalten und zu beeinflussen, anstatt das Geld als Medium ausschließlich über die weit entfernten Zentralbanken zu steuern. Somit werden die demokratischen Handlungsspielräume der Menschen erweitert.

Eine zentrale Aufgabe der Gegenwart stellt sich in der ökologischen Begrenzung unseres Ressourcenverbrauchs. Endliche Ressourcen müssen im modernen Wirtschaftssystem so verwertet werden, dass sich eine zufriedenstellende Lebensqualität ergibt, aber auch genug für nachfolgende Generationen übrig bleibt. Dafür gibt es idealistische Ansätze, die an das Wohlwollen des Einzelnen appellieren – dies ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung – aber es gib auch Konzepte, die Menschen zu nachhaltigeren Konsumentscheidungen bewegen, ohne diesen individuell Mehrkosten oder Verzicht abzuverlangen. Der Freitaler profitiert von seinen idealistischen Unterstützern, liefert aber auch ein System, das für alle Beteiligten ein Gewinn sein kann und dabei auch noch die Wirtschaft in sinnvolle nachhaltigere Bahnen lenkt.

Systematisch werden Transportwege verkürzt und CO2-Emissionen eingespart. Das Geld kann nicht sofort nach dem Einkauf an gefährlichen Spekulationen beteiligt sein. Gleichzeitig gewinnt der Freitaler-Benutzer ein gesundes Verhältnis zu seiner Region und ihren natürlichen Produkten. Als Plattform für kreative Ideen sorgt der Freitalerverein mit Vorträgen und Diskussionsrunden, rund um das Thema Geld und Wirtschaft, für fruchtbaren Austausch. „Regiogeld ist ein Prozess, ein Botschaftsträger. Jeder, der es in der Hand hält, weiß, dass er etwas von unten verändern kann.“ – Leander Bindewald, New Economics Foundation

Mach mit

Tausche in einer von fünf Ausgabestellen in Freiburg Euro gegen Freitaler im Verhältnis 1 zu 1 und kaufe damit in über 70 Geschäften in der Region ein. Bestimme in der Ausgabestelle an welches gemeinnützige Projekt der Regionalbeitrag von mindestens 2% deiner Eintauschsumme fließen soll. Diese Spende bezahlst nicht Du, sondern ein Unternehmen, dass Freitaler zurück in Euro wechselt.

Werde kostenfreies Mitglied im Verein oder erzähle einfach deinen Freunden & Bekannten vom Freitaler. Werde auch Du Teil der Freitaler-Community und hilf mit unser Wirtschaftssystem sozialer und ökologischer zu gestalten. Nur gemeinsam können wir mit der Regionalwährung etwas verändern. Bei Interesse an ehrenamtlichem Engagement, oder einem Praktikum, schreib uns einfach eine E-Mail.

Befürworter aus der Wissenschaft

Das Thema Regionalwährungen führt schon seit Jahren ein Nischendasein, findet aber immer mehr Anklang in den Medien und der Wissenschaft. Auf der Suche nach Lösungen für Probleme der Nachhaltigkeit und des Ressourcenverbrauchs kommen immer mehr Menschen zu dem Ergebnis, dass eine vorwiegend regionale Produktion der Güter einen zentralen Baustein eines ökologischen Wirtschaftssystems darstellt.

Niko Paech, Professor für Volkswirtschaft an der Universität Oldenburg und bekannter Verfechter einer Postwachstumsökonomie, sieht Regionalwährungen als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ökonomie.

Michael Kopatz vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie empfiehlt insbesondere der Kommunal- und Stadtentwicklung die Implementierung von Regionalwährungssystemen, um ihre jeweilige Region sozial und wirtschaftlich zu stabilisieren.

Als vielleicht prominenteste Vertreterin setzte sich die 2013 verstorbene Architektin und Geldtheoretikerin Margrit Kennedy für Regionalwährungen ein. Von Ihr stammt das Zitat: „Geld muss den Menschen dienen – nicht der Mensch dem Geld.“ Zusammen mit dem belgischen Finanzexperten Bernard Lietaer erhielt Kennedy 2012 den schwedischen Utstickarpris für ihre Arbeit zum Geldsystem.

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